Südtirol: Demokratisierung des Taxidienstes
Posted on | Juli 22, 2009
Südtirol: Ruft man an Wochentagen abends nach einem Taxi kann man sich glücklich schätzen wenn am anderen Ende jemand das Telefon abnimmt. Ruft man am Freitag oder Samstag Abend in Südtirol nach einer Taxe (meist eh nur ein Mietauto mit Fahrer), ist es ähnlich oder erhält im besten Fall die Antwort: “…Ihr müsst halt eine halbe Stunde warten…”. Kommt das Mietauto endlich, wird man vom meist muffeligen Fahrer zum schnellen Einsteigen und nach Erreichen des Zieles zu einer saftigen Zahlung aufgefordert.
Alkohol und Autofahren ist tabu und aus dem Grund müssen wir künftig für die Südtiroler und Südtirol-Gäste ein abendliches oder auch ganztägiges Beförderungssystem anbieten, welches über die Shuttle-Busse und teuren Mietautos hinausgeht.
Ich sehe zwei Lösungsansätze:
Auf Abruf verfügbare Motorradfahrer die ihr Motorbike zusammenlegen, in den Kofferraum platzieren und mit dem Fahrzeug des Kunden zum gewünschten Ort fahren. Vergl.:
http://features.draftmag.com/2009/05/13/designated-driver-version-20/
http://chronicle.augusta.com/stories/2009/03/10/bus_514118.shtml
Nachteil: Im Winter ist es kalt und die Straßen sind u.U. schneebedeckt oder eisig. Als Angebotsergänzung zum traditionellen Taxidienst wäre der Dienst durchaus sinnvoll.
Zweiter Lösungsansatz: Jeder Private, Gastwirt, Landwirt usw. kann für ein paar Stunden oder für einen Tag einen solchen Taxidienst anbieten. Sobald er/sie sich dafür entscheidet, klinkt er/sie sich in ein System ein über welches er/sie ähnlich wie bei einer Handywertkarte eine kleine Steuer/Versicherung bezahlt um dann in ein landesweites Taxivermittlungssystem für die definierte Dauer eingebunden wird.
Somit wäre jeder ein potentieller Taxifahrer. Dem Staat würden keine Steuern entgehen und der Dienst wäre spontan und überall möglich. Die gesetzlichen Voraussetzungen in Südtirol müssten allerdings noch geschaffen werden.
Let’s do it? Shure, we can!
Messner Mountain Museum - Schloss Bruneck - Namenfindung
Posted on | Juli 17, 2009
Für die Puschtra klingt’s nach RIAPA und mit RIAPA ist umgangssprachlich die Firma RIEPER gemeint, welche Futtermittel und Mehl produziert. Für die Nicht-Südtiroler könnt hier genauso PING stehen, weil man RIPA, so wie auch PING ja erst erklären muss. So wie man auch MMM alleinstehend erklären müsste, wenn man nicht weiß dass Messner Mountain Museum dahinter steht. Aus diesem Grund hat man wohl auch unterm Logo an der Stelle des Claim „Messner Mountain Museum“ eingefügt und somit erklärt.
RIPA ist aus der Sicht der Einheimischen und der Gäste ein Kunstbegriff oder viel mehr ein Namen den man wählt, der gefällt oder auch nicht, der aber in jedem Fall den Gästen erklärt werden muss. Die Einheimischen könnten sich schon irgendwann daran gewöhnen und auch assoziieren was damit gemeint ist.
Fazit: Wenn man sich nicht damit begnügen will, irgendwas hinzuschreiben was man dann eh erklären muß, müssen wir einen Begriff finden der für möglichst viele verständlich ist. Es gibt wohl nur zwei Sprachen die hierfür international mithalten. Das Englische und das Lateinische. Da man den Namen immer im Zusammenhang mit dieser Bildmarke (s.oben) sieht und weil der Begriff „Mountain“ vorkommt und weil „Messner“ als Inbegriff für das Thema “Berg” steht und weil als Textsprache eh das Englische gewählt wurde, könnte unterhalb ohne weiteres einfach nur PEOPLE stehen und jeder würde versteht, dass hier Menschen von den Bergen vorgestellt werden.
PS1. Das Argument von Reinhold Messner, „ …wir müssen uns trauen internationaler zu werden…“: Die Verwendung des tibetischen Begriffes ist gleich international wie die Verwendung eines deutschen oder italienischen Begriffes, mit dem Unterschied, dass Tibetisch von 6 Millionen, das Deutsche von 110 und das Italienische von 80 Millionen Menschen verstanden wird.
PS2. Und bitte nicht vergessen auch “Bruneck/Brunico” bzw. “Schloß Bruneck - Castello di Brunico” oder doch lieber Englisch “Castle Bruneck/Brunico” an passender Stelle einzufügen.
Kronplatz - Projekt Ried
Posted on | Juni 24, 2009
Die Landesregierung hat beschlossen. Die Piste und die Anlage werden in den Skipistenplan des Landes eingetragen. Somit kann das Skigebiet Kronplatz sinnvoll an die Eisenbahn angebunden werden. Dies ist der erste Schritt zu einer “Skiregion Pustertal”, welche den positiven Nebeneffekt haben dürfte, dass es künftig wohl nur mehr einen Tourismusverband in der Region geben wird.
Pierre Gagnaire: Frankreichs bester Koch?
Posted on | Juni 23, 2009
Mag sein, dass mein Geschmack und meine Kompromissbereitschaft langsam nachlässt, aber ich konnte mich an Pierre Gagnaire’s Küche nicht begeistern.
Bereits die Amuse-Bouche waren so kontrastreich im Geschmack, dass ich sie nur störend empfand. Der „Thon Rouge“ war spezial aber nur viel zu wenig davon. Der „truffes blanches d’été“ war so dick geschnitten, dass man meinte in eine Kartoffel zu beißen. Abgesehen davon hatte er kaum Geschmack. Der Rest war ein Mix von 6-8 Geschmäckern pro Teller, und jeder Geschmack war so unnatürlich konzentriert, dass es einen fast umgehauen hat.
Das “pièce de veau” zum Schluss war verkocht. Das Schlimmste war das “Biscuit de Roquefort, mit Lait de Brebis und Wurtz au Citron”. Der Roquefort war als solcher großartig aber in dieser Kombination war er nur „dégueulasse“ wie die Pariser sagen. Der Nachtisch: Kandierte Früchte: Scheußlich. Ein Schokomuss-Törtchen mit eine großartigen Schokomusscreme aber leider in Kombination mit zwei weiteren Kremen die sich total überschlagen haben. Und das ganze für € 265. Wenn dass die Küche der Zukunft sein soll, dann bin ich ab nun ein erklärter Konservativer!
Das lob ich mir den Heinz Winkler und das “El Bulli” von Ferran Adrià war zumindest Mitte der 90er Jahre geradezu ein Gedicht dagegen.
Wahrscheinlich aber liebe ich die italienische und südtiroler Küche mit ihren klaren Geschmäckern zu sehr.
http://www.pierre-gagnaire.com/index-fr.htm
Kronplatz Projekt Ried
Posted on | Dezember 19, 2008
Es erstaunt mich, wie leichtfertig Mitbürger ihre Unterschrift gegen ein Projekt abgeben, welches den Forderungen der Ökologen (UVP-Beirat) und Verkehrsexperten entspricht. Ich habe ein bisschen Verständnis für den opportunistischen Projekt-Gegner, der unter Umständen eine Einbuße aufgrund der Verlagerung der Gästeströme zu erleiden glaubt. Ich hab auch noch etwas Verständnis für den tiefgläubigen Ökologen, dem jeder gefällte Baum physischen Schmerzen bereitet. Ich habe aber kein Verständnis für die Mitmenschen, die sich nie Gedanken gemacht haben, woher das Geld kommt, aus dem sich unser aller Wohlstand begründet.
Dass für die Umsetzung des Vorhabens auch Bäume geopfert werden müssen, ist verständlich. Dies scheint mir aber nicht dramatisch, wenn man weiß, dass der Waldbestand im Pustertal zur Zeit den Maximalstand seit der Landnahme im Mittelalter aufweist. So viel Wald wie wir heute im Pustertal vorfinden, gab es seit 700 Jahren nicht. Die geopferten 20 Hektar entsprechen genau dem jährlichen Waldzuwachs; und aus ökologischer Sicht ist die Frage der Reversibilität ebenfalls gänzlich geklärt.
Das Projekt Ried kostet über 30 Millionen Euro. Mich würde es nicht wundern, wenn bei der nächsten Vollversammlung der 550 Seilbahnaktionäre beschlossen wird, dass künftig nur noch die notwendigsten Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden und der gesamte Gewinn in irgendwelche Auslandsimmobilien fließen soll. Dass dieses Geld nicht im Kreislauf der Südtiroler Wirtschaft verbleibt, muss uns klar sein.
An dieser Stelle muss daran erinnert werden, dass die Kronplatz Seilbahn AG seit ihrer Gründung nur symbolische Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet hat. Das Geld ging immer in die Modernisierung der Infrastrukturen. Von meiner Arbeitserfahrung in verschiedenen Tourismushochburgen in Österreich und der Schweiz kann ich von einigen Fällen berichten, wo alljährlich hohe Dividenden an die Aktionäre ausbezahlt und die nötigen Modernisierungsmaßnahmen auf der Strecke blieben. Den Skigebieten mit den umliegenden Ferienregionen ist dies zum Verhängnis geworden. Nur die Zusammenschlüsse und Kapitalaufstockungen seitens der Banken konnten vielerorts den Fortbestand mehr schlecht als recht garantieren.
Die Kronplatz Seilbahn AG ist heute ein gesundes Unternehmen, welches auch in Zukunft durch die Anbindung an die Eisenbahn anderen Skigebieten voraus sein will, um im härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können.
Ich darf noch an zwei Dinge erinnern: Hätte es die Pioniere nicht gegeben, welche an das Projekt Kronplatz geglaubt haben, wäre die Bettenkapazität sowie die direkte und indirekte Wertschöpfung aus dem Tourismus um wohl mehr als 50 Prozent geringer als heute. Mindestens 6.000 Arbeitsplätze würden im Winter allein in der Ferienregion Kronplatz wegfallen. Die Steuerabgaben generiert durch die Arbeitsplätze bei den Seilbahnen, in Beherbergungsbetrieben, bei Handwerkern, Kaufleuten und Dienstleistern, sprich all jener, die am Tourismus verdienen, gehen in den Landestopf und dieser bezahlt auch die Gehälter zahlreicher Pustertalerinnen und Pustertaler.
Durch dieses Vorhaben wird über die Eisenbahn eine direkte Verbindung zwischen den beiden wichtigsten Skigebiete des Pustertal – Helm und Kronplatz – geschaffen. Es ist der erste richtige Schritt zur Verwirklichung eine Ganzjahresferiendestination Pustertal, welche dem Gast und den Einheimischen im Winter und im Sommer die uneingeschränkte Nutzung sämtlicher Angebote durch die öffentlichen Verkehrsmittel bietet. Dies entspricht genau den Forderungen der Verkehrsexperten, den Wünschen der Gäste – und gewährleistet eine nachhaltige Entwicklung der Region.
Südtirol - Tourismus Management Club
Posted on | September 24, 2008
Der Tourismus Management Club der Freien Universität Bozen - Sitz Bruneck, organisiert in diesem Jahr wieder interessante Podiumsdiskussionen zu den unten angeführten Themen: Die Veranstaltungen finden im Raiffeisenforum der Raiffeisenkasse von Bruneck statt. Der Eintritt ist frei. Vergl. http://tmc.suedtirol.org.
Montag, 03. November
Urlaub auf dem Bauernhof
Erfolgsmodelle & Zukunft
Montag, 01. Dezember
Sind Tourismusleitbilder/Ortsleitbilder ein effizientes Planungsinstrument?
Erfahrungen aus der Praxis
Montag, 19. Jänner
Kulturmanagement: Neue Wege in der Gestaltung und Führung von Museen
Montag, 02. März
Der Effekt von Sportgroßveranstaltungen
Olympische Winterspiele in den Dolomiten?
Montag, 30. März
Die Kultur des Reisens und Verweilens in Südtirol
Mainstream oder Avant-garde?
Montag, 20. April
Essen und Trinken in Südtirol
Wie gut sind unsere Produkte wirklich?
Montag, 11. Mai
Demografischer Wandel und Tourismus
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