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Südtirol-Tourismus-Gedanken

Kronplatz Projekt Ried

Posted on | Dezember 19, 2008

Kronplatz Projekt Ried 

Es erstaunt mich, wie leichtfertig Mitbürger ihre Unterschrift gegen ein Projekt abgeben, welches den Forderungen der Ökologen (UVP-Beirat) und Verkehrsexperten entspricht. Ich habe ein bisschen Verständnis für den opportunistischen Projekt-Gegner, der unter Umständen eine Einbuße aufgrund der Verlagerung der Gästeströme zu erleiden glaubt. Ich hab auch noch etwas Verständnis für den tiefgläubigen Ökologen, dem jeder gefällte Baum physischen Schmerzen bereitet. Ich habe aber kein Verständnis für die Mitmenschen, die sich nie Gedanken gemacht haben, woher das Geld kommt, aus dem sich unser aller Wohlstand begründet.

Dass für die Umsetzung des Vorhabens auch Bäume geopfert werden müssen, ist verständlich. Dies scheint mir aber nicht dramatisch, wenn man weiß, dass der Waldbestand im Pustertal  zur Zeit den Maximalstand seit der Landnahme im Mittelalter aufweist. So viel Wald wie wir heute im Pustertal vorfinden, gab es seit 700 Jahren nicht. Die geopferten 20 Hektar entsprechen genau dem jährlichen Waldzuwachs; und aus ökologischer Sicht ist die Frage der Reversibilität ebenfalls gänzlich geklärt.

Das Projekt Ried kostet über 30 Millionen Euro. Mich würde es nicht wundern, wenn bei der nächsten Vollversammlung der 550 Seilbahnaktionäre beschlossen wird, dass künftig nur noch die notwendigsten  Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden und der gesamte Gewinn in irgendwelche  Auslandsimmobilien fließen soll.  Dass dieses Geld nicht im Kreislauf der Südtiroler Wirtschaft verbleibt, muss uns klar sein.

An dieser Stelle muss daran erinnert werden, dass die Kronplatz Seilbahn AG seit ihrer Gründung nur symbolische  Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet hat. Das Geld ging immer in die Modernisierung der Infrastrukturen. Von meiner Arbeitserfahrung in verschiedenen Tourismushochburgen in Österreich und der Schweiz kann ich von einigen Fällen berichten, wo alljährlich hohe Dividenden an die Aktionäre ausbezahlt und die nötigen Modernisierungsmaßnahmen auf der Strecke blieben. Den Skigebieten mit den umliegenden Ferienregionen ist dies zum Verhängnis geworden. Nur die Zusammenschlüsse und Kapitalaufstockungen seitens der Banken konnten vielerorts den Fortbestand mehr schlecht als recht garantieren.

Die Kronplatz Seilbahn AG ist heute ein gesundes Unternehmen, welches auch in Zukunft durch die Anbindung an die Eisenbahn anderen Skigebieten voraus sein will, um im härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können.

Ich darf noch an zwei Dinge erinnern: Hätte es die Pioniere nicht gegeben, welche an das Projekt Kronplatz geglaubt haben, wäre die Bettenkapazität sowie die direkte und indirekte Wertschöpfung aus dem Tourismus um wohl mehr als 50 Prozent geringer als heute. Mindestens 6.000 Arbeitsplätze würden im Winter allein in der Ferienregion Kronplatz wegfallen. Die Steuerabgaben generiert durch die Arbeitsplätze bei den Seilbahnen, in Beherbergungsbetrieben, bei Handwerkern, Kaufleuten und Dienstleistern, sprich all jener, die am Tourismus verdienen, gehen in den Landestopf und dieser bezahlt auch die Gehälter zahlreicher Pustertalerinnen und Pustertaler.

Durch dieses Vorhaben wird über die  Eisenbahn eine direkte Verbindung zwischen den beiden wichtigsten Skigebiete des Pustertal – Helm und Kronplatz – geschaffen. Es ist der erste richtige Schritt zur Verwirklichung eine Ganzjahresferiendestination Pustertal, welche dem Gast und den Einheimischen im Winter und im Sommer die uneingeschränkte Nutzung sämtlicher Angebote durch die öffentlichen Verkehrsmittel bietet. Dies entspricht genau den Forderungen der Verkehrsexperten, den Wünschen der  Gäste – und gewährleistet eine nachhaltige Entwicklung der Region.

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Comments

2 Responses to “Kronplatz Projekt Ried”

  1. Kronplatz | TK's Private
    Februar 5th, 2009 @ 22:19

    […] Link zum Südtirolblog […]

  2. Ich bin für Projekt Ried | Kronplatz Blog
    August 8th, 2009 @ 14:42

    […] Für alle nicht Südtiroler Blog Leser. Projekt Ried ist die große Diskussion am Kronplatz über den Anschluß des Skigebietes an die Eisenbahn. Die damit verbunden Talabfahrt ruft natürlich die Oppositionellen auf die Tagesordnung. Hier ein cooler Artikel darüber […]

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