Suedtirols Seilbahner und die desinteressierte Wirtschaftslobby
Posted on | Mai 22, 2008
Südtirols Skigebietsbetreiber haben ein Problem: Die Politik verheißt zaghaft Unterstützung, die Bevölkerung kritisiert den Kunstschnee und die Hotellerie ignorieren sie.
Der noch in dieser Legislatur zu verabschiedende Wassernutzungsplan sieht eine Wasserentnahme für die Schneeerzeugung vor, welche nur etwa 3% der Landwirtschaft beträgt. Natürlich kommt man mit so wenig Wasser nicht zurecht. Aus politisch-taktischer Überlegung ist eine Mehrentnahme scheinbar problematisch.
Die Beschneiung ist die Erntesicherung nicht nur für die Seilbahnwirtschaft sondern für einen gesamten Industriezweig der sich “Wintertourismus” nennt.
Beobachtet man die Hotellerie, Skilehrer, Handeltreibende, restliche Wirtschaft stell ich immer wieder fest, dass was die Seilbahner da oben machen, ohne Anteilnahme emotionaler oder finanzieller Art geschieht (Ausnahmen ausgenommen).
Im Gegenteil: Man schließt die Geschäfte oder die Hotels wenn die Seilbahnen noch lange in Betrieb sind und kritisiert wenn’s da oben vermeintlich nicht richtig läuft.
Was muss geschehen:
- Bewusstseinbildung innerhalb der Wirtschaft über die Bedeutung der Wintersportgebiete für den Tourismus und Wirtschaft allgemein.
Gemeinsames Auftreten der gesamten Wirtschaft vor Politik und Öffentlichkeit, damit die Schneeproduktion (genügend Wasser und günstige Energie) politisch abgesichert ist und damit die Schneeproduktion und der Wintertourismus insgesamt ein positives Image erzielt. - Gemeinsame Nutzung von Speicherseen für die Schneeproduktion, für die Landwirtschaft, für den Zivilschutz und wo möglich für Bioreservate.
- Forschungsinitiativen auf breiter Ebene, welche helfen die Schneeproduktionskompetenz Südtirols zu einem Steckenpferd für Südtirol zu machen. So wie das Klimahaus, müssen die Schneeproduktion, die Pistenpräparierung und die Sicherheit am Berg zur Marke bzw. einem Qualitätssymbol werden, an dem sich der Rest der Welt orientiert.
Es gibt wieder mal viel zu tun!
Flughafen Bozen und der HGV
Posted on | Mai 15, 2008
Im heutigen ALTOADIGE auf Seite 15 war zu lesen, der HGV-Präsident Meister fordert eine Verlängerung der Landebahn von 300 bis 400m um so mit 120-Personen-Fliegern landen zu können. Recht hat er! Südtirols Tourismus benötigt einen anständigen Flughafen.
Schade nur, dass immer noch nicht bis nach Bozen gedrungen ist was für Flughafen-Experten zum Standardwissen gehört. Wir könnten die Landebahn um 3 km verlängern und eine 737 könnte voll beladen in Bozen nicht landen und starten. Grund: Der Sarner Berg steht als topographisches Hindernis im Wege. Der An- und Abflugswinkel der 737 wäre viel zu steil.
Vergl. dazu: http://www.suedtirolblog.com/tag/flughafen/.
Meine Herren, bitte diskutiert nicht über eine Verlängerung der Landebahn, sondern ausschließlich über einen passenden flugtechnisch sinnvollen Standort für einen Südtirol Flughafen.
“Südtirol Frühstück” zur Marke machen
Posted on | Mai 13, 2008
In Österreich hatte man mit dem “Brotkörberl” das Frühstück aufgewertet. Auf das „Körberl“ wurde den Bäckern in Form einer Werbekampagne und umgesetzt von den Tourismustreibenden immer großen Wert gelegt, auch wenn es in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten ist. Ich fand es jedenfalls immer ganz toll, dass man das Frühstücksbrot zelebrierte und hab es selbst immer sehr genossen.
Im englischen Sussex gibt es seit einiger Zeit eine Initiative namens „Sussex Breakfast“ bei der in der ganzen Region zu gewissen Tagen Breakfast-Happenings aufgezogen werden bei denen mindestens 60% lokale und saisonale Produkte verwendet werden. Die Produkte dürfen nur von zertifizierten Farmern und Lieferanten gekauft werden oder nachweislich aus der Eigenproduktion stammen. Der Gastbetrieb wird zum akkreditierten Mitglied für das Sussex-Frühstück.
Umgelegt auf Südtirol wäre das „Südtiroler Frühstück“ ein Urlaubserlebnis, welches in Form einer allmorgendlichen Kulthandlung zelebriert wird.
Wie man das „Südtirol Frühstück“ inszeniert, wie man es zum Kultstatus bringt, ist eine Frage des geschickten Marketings.
Südtirol Blog: Schwarzgeld und die Tourismuswirtschaft
Posted on | April 18, 2008

Ehrlich wehrt am längsten. Nur wenn es um die eigene Existenz geht, hört die Ehrlichkeit oft auf. Die Steuerlast und die Steuerkontrollen sind in Italien so hoch, dass bisher oft nicht selten nur die nicht deklarierten Einkünfte von Hotels, Restaurants und Bars deren Existenz gesichert hatten. Durch die verstärkte Kreditkartenzahlung der Urlaubsaufenthalte, durch die intensiven Kontrollen der die Finanzpolizei in Bars und Restaurants, tendiert der Schwarzgeldanteil inzwischen gegen Null.
Mit welchem Ergebnis: Restaurants, Bars und Nightclubs sperren zu.
Der Kritiker wird sagen, diese Betriebe hätten keine Existenzberechtigung und die Arbeitnehmer und Freiberufler müssten ja auch die volle Steuerlast tragen. Mag stimmen, aber eines ist auch klar; die Steuerlast ist dermaßen hoch, dass der Anteil der Selbständigen in Italien abnimmt und zudem geringer als anderswo in Europa. Schul- und Universitätsabsolventen denken oft gar nicht erst darüber nach selbständig zu werden. Jeder will Indianer sein und keiner will das Risikos des Unternehmers und die Bürokratie des Staates tragen.
Ist das eine Lösung?
Das bisschen Schwarzgeld wurde 1:1 für den Lebensunterhalt ausgegeben und hat die Mühe aus der Sicht der Betreiber gerechtfertigt für einigen Menschen einen Arbeitsplatz zu schaffen und das Unternehmerrisiko auf sich zu nehmen. Schwarzgeld wird ausgegeben und kurbelt die Wirtschaft an. Hingegen wird das „Übrigbleibsel“ nach Steuern auf die hohe Kante gelegt. Jetzt haben wir die Situation: Wenig Schwarzgeld, Betriebe schließen, weniger Geld im Umlauf, weniger Kaufkraft, weniger Arbeitsplätze, mehr Arbeitslose bzw. Arbeitnehmer, weniger Steuereinnahmen. Super!
Ich hoffe die neue Regierung in Italien hat diesen Kreislauf verstanden.
Um es klar zu stellen: Ich bevorzuge nicht das Schwarzgeld, sondern die Verringerung der Steuerlast.
Südtirols Schutzhütten gerüstet für die Zukunft?
Posted on | April 11, 2008
Sie sind oft hundert Jahre alt oder auch jünger. Aber immer von der Bergsteigertradition der Jahrhundertwende geprägt. Südtirols Schützenhütten, CAI- oder Alpenvereinshütten, sind der Vergangenheit verpflichtet. Aber nicht nur die Südtiroler Schutzhütten, sondern auch sämtliche Schutzhütten im Alpenraum.
Mit dem Geschäftsmodell dem Bergsteigern ein Dach übern Kopf und eine warme Mahlzeit zu bieten hatte man mehr als 100 Jahre Erfolg und viele der Hütten haben es auch heute noch.
Einige und immer mehr Hütten kämpfen aber mit der Existenz.
Ist die klassische Hüttenidylle mit der Gitarre an der Wand und der Erbsensuppe mit Würstel zeitgemäß? Haben die Gäste und Einheimischen überhaupt noch Zeit und Lust dort oben in den Matratzenlager zu nächtigen oder bevorzugen sie das Hotel oder das Wohnmobil im Tal und ziehen die Tagestouren vor?
Müssen wir hier die Zielstellung der Hütten - einiger zumindest - nicht völlig in Frage stellen, von der Tradition absehen und Sie unter dem Blickwinkel des neuen Gast, unter dem Blickwinkel des Zeitgeist betrachten und sie u.U. einer neuen Funktion oder zumindest einer neuen Qualität zuführen und sie einzelnen Marktsegmenten anpassen? Brauchen wir:
die Berghütte für Asthmatiker?
die Berghütte für Esoteriker?
die Berghütte für Spitzensportler?
die Berghütte für Trinkkuren?
die Berghütte für Amateur-Geologen?
die Berghütte für Hobby-Meteorologen?
die Berghütte als Ort der Therapie?
die Berghütte als Kraftort?
die Berghütte als Angebotskombination: Anfahrt, Führung, Lernen, Erfahren, Sicherheit?…
Angedacht soll diese Thematik in Rahmen eines internationalen „Alpine Space“ Projekt werden. Werde darüber berichten.
Vorträge in Südtirol: Nachhaltige Tourismusentwicklung im Himalaya
Posted on | April 6, 2008

Armut, Hunger, Umweltkatastrophen, Diskriminierung und Kriege prägen die Realität der Menschen in den Ländern am Dach der Welt. Der Kommunikationswissenschaftler Prof. Kurt Luger ist ein profunder Kenner dieser Länder und deren Menschen.
Er wird am Donnerstag, 10.11.2008 um 20 Uhr in der Aula Magna an der Freien Universität Bozen - Sitz Bruneck zum Thema: “Vereiste Berge: Kultur, Tourismus und Entwicklung im Himalaya” referieren. Am Freitag, wird dieser Vortrag in der EURAC wiederholt.
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