Erwartungen an die universitäre Bildung
Posted on | Januar 11, 2008
Universitätsabsolventen verlassen die Unis in der Regel nach 3-4 Jahren mit hohen Erwartungen an ihre zukünftige Arbeit, an den Aufgabenbereich, erhoffen sich Sozialprestige und ein hohes Gehalt. Abhängig von der Region und der Branche werden Universitätsabsolventen oft nur als Praktikanten engagiert und mit etwas Glück bekommt man einen 1.000-Euro-Netto-Job.
Hat nun ein Student beispielsweise Tourismusmanagement studiert, vergleicht er sich meist mit der Dame an der Rezeption oder hinterm Tresen und versteht die Welt nicht mehr. Die Bedienung in der Hotellerie, meist ohne Matura und schon gar ohne Universitätsstudium, erhält nebst Trinkgeld, Unterkunft und Verpflegung leicht 40% mehr.
Hört man auf die Arbeitgeber, so vernimmt man oft den Vorwurf: Die Absolventen von UNI’s können zu wenig. Sie hätten oft nicht den Überblick, man müsste sie wie Lehrbuben einschulen, wofür man eigentlich Lehrgeld verlangen sollte.
Es ist schon klar, dass die heutigen, meist dreijährigen Bachelorstudien, seitens der Lehrplanprogrammierer einen unheimlichen Mut zur Lücke abverlangen. Lücken die auch ein Praktikum, Studien- und Sprachaufenthalte und Exkursionen, Workshops, Seminare und Projektarbeiten nur zum Teil zu schließen vermögen. Theoretische Wissensvermittlung an den Universitäten sollte auch weiterhin im Zentrum der universitären Ausbildung stehen, aber ein gewisser Praxisbezug darf dabei nicht fehlen.
- Einführung des problem based learning mit klaren Zielvorgaben, kombiniert mit einem effizientem Zeit- und Projektmanagement.
- Verstärkte Einbindung der Industrie in die Ausbildungsinhalte und Ziele.
Elternhaus:
- Bescheidenheit lehren.
- Bewusstsein vermitteln, dass Lernen eine Investition ist.
Studierende:
- Über das Studium hinaus interessiert sein.
- Hobbys und soziale Aktivitäten (Sport- Musik-, Clubtätigkeiten usw.) weiterpflegen.
- Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme zeigen und Verlässlichkeit manifestieren.
- Sich für keine Tätigkeit zu schade sein und sich vor keiner Tätigkeit fürchten.
Unternehmen:
- Studierende oder Absolventen nicht als kostenlose oder kostengünstige Arbeitskräfte sehen, sondern ihnen die Möglichkeiten bieten zu lernen und sich rasch zu integrieren.
<!– 8a8080e417865748011787fcfbd20018 –>
Comments
2 Responses to “Erwartungen an die universitäre Bildung”
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.

Februar 3rd, 2008 @ 13:29
Mein Lösungsvorschlag: Berufsbegleitendes Studieren. Wir haben hier in unserer Firma z.B. mit folgendem Studienprogramm sehr gute Erfahrungen gemacht: http://www.unibz.it/inf/bacs/ws/index.html?LanguageID=DE
Grüße
Christian
Februar 3rd, 2008 @ 16:17
Richtig! Live-long-learning ist ein guter Ansatz und doch wird wohl auch in Zukunft, der klassische Weg gewählt werden: Matura - Bachelaureat - evtl. Master - Arbeiten und dazwischen noch das eine odere andere Praktikum. Es gibt beispielsweise in der Schweiz Hochschulen, die für die Aufnahme 2-3 Jahre Berufserfahrung voraussetzen.
Am meisten profitiert aber sicher jener vom Studium, der aufgrund seiner Lebens- und Berufserfahrung das Gehörte reflektieren kann.